Felsiger Berg der Dolomiten hinter der Berghütte Fanes Das Personal der Fanes Hütte begrüßt die Gäste auf der Terrasse Hölzernes Hinweisschild zur Berghütte Fanes Die Berghütte Fanes umgeben von Bergen, Bäumen und viel Grün
 

Die Fanes Hütte in St. Vigil in Enneberg

Die Fanes Hütte (2060 m) befindet sich auf den Almen von Pices Fanes/Kleinfanes über St. Vigil in Enneberg (Südtirol) im atemberaubenden Naturpark Fanes Sennes Prags.

 

Der im Jahre 1928 erbauten Hütte liegen lange geschichtliche Traditionen zu Grunde. Heute beherbergt sie Bergsteiger und Besucher in einem modernen, komfortablen Ambiente und respektiert Natur und Umwelt. Es erwarten Sie traumhafte Panoramen, erlebnisreiche Bergtouren und angenehme, unterhaltsame Momente bei uns.

Die Faneshütte ist von Anfang Juni bis Mitte Oktober geöffnet und vom 26. Dezember bis Mitte April.

Die Hütte liegt auf 2.060 m auf den Almen von Pices Fanes/Kleinfanes entlang der alten Militärstraße, die Pederü und Cortina d'Ampezzo miteinander verbindet.

Die Faneshütte ist vom Berggasthof Pederü (1.548 m) über eine nicht asphaltierte Straße zu erreichen, die ausschließlich für autorisierte Fahrzeuge befahrbar ist. Zu Fuß ist die Hütte auch auf anderen Wegen zu erreichen: über das Fanestal und den Limo-Pass über die Straße zwischen Carbonin und Cortina d'Ampezzo, von der Capanna Alpina (St. Kassian - Valparola) oder über Lagazuoi (Falzarego-Pass). Erfahrene Wanderer können auch längere und anspruchsvollere Routen vom Gadertal zur Faneshütte wählen.

Die Hütte liegt unter dem Limo-Pass (2.172 m) und bietet einen wunderschönen Ausblick auf die Tofane. Im Sommer werden die Gäste mit einem Jeep, im Winter mit einer Schneekatze zur Hütte mit 80 Schlafplätzen transportiert.


Geschichte

Die Geschichte der Faneshütte ist beispielhaft für die Entwicklung des Tourismus im Fanesgebiet.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg gab es Leute, die in St. Vigil Ferien machten, es gab wohl auch schon Gasthäuser und Pensionen, aber von Fremdenverkehr konnte noch nicht gesprochen werden. Erst die während des Krieges entstandenen und auch von Automobilen befahrbaren Straßen machten die Entstehung eines organisierten Tourismus möglich.

St. Vigil entwickelte sich in den zwanziger Jahren zu einer beliebten Sommerfrische, und entsprechend nahm auch die Anzahl der Gasthäuser zu. Eines der größten und bekanntesten Häuser war damals (wie auch heute noch) das "Hotel Post" der Familie Mutschlechner. Während jener Zeit erfuhr auch der Skisport einen rasanten Aufschwung. Da noch keine Aufstiegsanlagen zur Verfügung standen, mussten geeignete Berge zu Fuß erklommen werden. Die damalige Ausrüstung, aus schwerem Hickory- oder Eschenholz gefertigte Skier, ungeeignete Kleidung und Lederschuhe, machten längere Gipfelbesteigungen mit Seehundfellen zu beschwerlichen Unternehmungen. Das Fehlen von geeigneten Stützpunkten im winterlichen Hochgebirge wurde deshalb immer offensichtlicher.

Mit dem Bau der Faneshütte im Jahre 1928 stießen die Brüder Fritz, Rudi und Alfred Mutschlechner in eine Marktlücke.

Zunächst diente die Faneshütte als "Außenstelle" des Hotel Post, machte sich aber bald einen Namen unter Winter- und Sommerbergsteigern. Alfred Mutschlechner, der Vater des heutigen Hüttenwirts Max Mutschlechner, übernahm dann die Hütte in Eigenregie und führte sie bis zur Übergabe im Jahre 1978.

In seiner fünfzig Jahre dauernden Arbeit als Hüttenwirt drückte Alfred Mutschlechner der Faneshütte seinen eigenen Stempel auf. Schon 1937 war die Hütte zu klein und musste erweitert werden. Es entstand der großzügige Speisesaal mit den zwei darüber liegenden Wohngeschossen und die beliebte Sonnenterrasse. Die Versorgung der Hütte übernahm zunächst ein Knecht mit dem Rappen "La Mora"; im Winter setzte man Schlitten ein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarb Alfred Mutschlechner, ein begeisterter Automobilist (seinen Führerschein erhielt er bereits 1924 während seiner Dienstzeit in der italienischen Armee), vom amerikanischen Heer einen Jeep, der die Versorgung der Hütte stark vereinfachte.

Als ein Mann, der technischen Neuerungen immer offen gegenüberstand, stattete Alfred Mutschlechner seine Hütte als einer der ersten im weiten Umkreis mit einer eigenen Wasser betriebenen Stromversorgung aus. Um seine Hütte auch im Winter betreiben zu können, erwarb Alfred von der deutschen Wehrmacht ein kombiniertes Rad-/Kettenfahrzeug. Der Kauf der ersten "Schneekatze" Anfang der sechziger Jahre war nur noch die folgerichtige Weiterentwicklung seiner Idee.

Auch in der Betreuung seiner Gäste war Alfred Mutschlechner vorbildlich. Ihm war nicht nur die gute Bewirtung in der Hütte wichtig, er sorgte sich auch um die Sicherheit der Bergsteiger.

Am Monte Castello baute er mit Gleichgesinnten eine der aus dem Ersten Weltkrieg übrig gebliebenen Baracken zur "Capanna Monte Castello" aus. Die kleine Hütte wurde 1962 durch Brandstiftung zerstört und erst 1974 durch das Biwak "Della Pace" (Friedens-Biwak) ersetzt. 

Eine Kuriosität war sicherlich die kleine "Badehütte" am immerhin 2153 m hoch gelegenen Limo-See, wo man sich mit Ruderbooten die Zeit vertreiben konnte.

Die Errichtung des Naturparks Fanes - Sennes - Prags brachte einschneidende Auflagen, die die Führung der Hütte nicht leichter machten. Der junge Hüttenwirt hat die Zeichen der Zeit erkannt und sich darauf eingestellt.

Als erster im weiten Umkreis versorgt er seine Hütte mit einem Katalysatorfahrzeug. Motorschlitten, Schneekatzen und Jeep sind in Klasse Euro 4 eingestuft.

Notwendige Umbauten in der Hütte werden, wo immer möglich, mit biologischen Baustoffen durchgeführt. Zur Wärmegewinnung werden vorwiegend Systeme mit niedriger Emission verwendet und seit 1996, dem Jahr des Umbaus, ist die Hütte mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen, mit Solarzellen und dem modernsten Komfort ausgestattet. 

Gegenwärtig ist die Faneshütte eine der am besten ausgestatteten Hütten im gesamten Alpenraum.