Naturpark Fanes Sennes Prags


Allgemeine Informationen

Der Naturpark Fanes - Sennes - Prags wurde im Jahre 1980 von der Autonomen Provinz Bozen ins Leben gerufen. Er erstreckt sich über eine Fläche von 25.680 Hektar und umfasst die Dörfer: Abtei, Prags, Toblach, Wengen, St. Vigil in Enneberg und Olang. Damit ist er einer der größten Naturparks der Region.

Im Norden grenzt er an das Pustertal, im Osten an das Höhlensteintal, im Süden an die Provinz und Region Venetien und im Westen an das Gadertal. Das gesamte Gebiet des Naturparks gehört den Dolomiten an.


Die Dolomiten

Aufgrund ihrer Struktur und Zusammensetzung sind die Dolomiten einzigartig auf der Welt. Ihr Ursprung liegt über 200 Millionen Jahrezurück. Im warmen Tepide-Meer entwickelten sich Abermillionen von Mikroorganismen. Durch dessen Schaffen entstanden im Laufe der Jahre die wunderschönen Dolomiten. Aufgrund des immensen Zusammenpralls des afrikanischen und des europäischen Kontinents vor ca. 200 Jahren wurden die Kalkablagerungen auf dem Meeresboden gebrochen, gefaltet und übereinander gelagert. Aufgrund dieser Überlagerung entstanden im Laufe der Jahre die Dolomiten. Diese Bewegung ist immer noch im Gange, aber wir können nicht vorhersagen, welche Auswirkungen das auf die Dolomiten hat. Im Laufe der Jahrmillionen war das Gebirge allen Launen der Natur ausgesetzt, auch der Eiszeit. Aufgrund des Wassers, des Eises und des Windes wurde Schicht um Schicht abgetragen. So entstanden diese bizarren Formen, die uns noch heute beeindrucken.

Das Gebirge im Naturpark Fanes - Sennes - Prags besteht vorwiegend aus Dolomit, einem Kalkgestein, das weniger wasserlöslich ist als andere Kalkformationen. Überall in den Bergen kann man Fossilienbewundern, ein Zeichen für das Vorhandensein der zuvor genannten Mikroorganismen. 

Der Name Dolomiten wurde diesen außergewöhnlichen Gebilden zu Ehren des französischen Geologen Deodat de Dolomieu, der diese Art von Kalkgestein als erster analysieren ließ und daraus eine chemische Formel ableitete, vor ca. 200 Jahren gegeben. Die abgeleitete Formel lautet: Kalzium-Magnesium-Bikarbonat.


Das Phänomen Karst

Von größtem Interesse und auch die typischste Formation im Park ist die Verkarstung, die nur in wenigen anderen Gebieten so dominiert wie hier.

Die im Wasser gelöste Kohlensäure hat vor allem die Jurakalke wie auf den Hochebenen von Fanes - Sennes und Fosses, selten den Dachsteindolomit angegriffen und aufgelöst. Das im Niederschlagwasser enthaltene Kohlendioxid ätzt den Großteil der Kalkformationen aus oder löst diese auf und modelliert so das Gebirge und hinterlässt beeindruckende Formen. Fast alle klassischen Elemente der Verkarstung können hier beobachtet werden, wie Rinnen- und Kluftkarren, Spalten, Schächte und Dolinenbecken, in denen sich Seen manchmal bleibend, aber häufiger nur periodisch, bilden.


Das Wasser im Naturpark

Aufgrund des Karstphänomens in der Umgebung der Dolomiten vonFanes und Sennes findet hier eine fast ausschließlich unterirdische Entwässerung statt, während in den Dolomiten von Prags eine normale oberirdische Entwässerung zu beobachten ist.

Bei einer Wanderung durch den Park trifft man immer wieder auf Bergseen (Limosee, Paromseee, Piciodelsee, Fojedörasee, Hochalpensee) aber zwei Seen sind von besonderer Wichtigkeit, da diese beiden Seen am Talboden die aus der Eiszeit stammenden Quader füllen: Pragser Wildsee und Toblacher See.

Nicht zu vergessen auch der Lé Vert (Grünsee), der einzige mit regulärem Zu- und Abfluss.

Besucherzentrum: Katharina-Lanz-Str. 96 - 39030 St. Vigil in Enneberg. Tel.: +39 0474 506120


Fauna und Flora

Im Naturpark Fanes - Sennes - Prags ist grundsätzlich zwischen zwei Gebieten zu unterscheiden: den Dolomiten von Prags, wo man Berge wie die Hohe Gaisl (3.146 m) findet und den großen Hochebenen von Sennes,-Fanes und Fosses. In diesen äußerst unterschiedlichen Landschaften findet man zahlreiche Vogelarten, wie Schneehuhn, Auerhahn, Haselhuhn oder Spielhuhn, das Gegenden mit Latschenkiefer und Alpenrosensträucher bevorzugt.

Den Großteil der Waldfläche nehmen Fichten, Arven, Kiefern und Lärchen ein. Im Unterholz wachsen Baumpflanzen wie Heidelbeeren, Preiselbeeren und Alpenrosen. Weiter oben, wo der Wald lichter wird, sind große Bereiche mit Latschenkiefer bedeckt. In diesen Wäldern leben Rehe, Baummarder, Füchse, Hermelin, Alpenschneehasen, Eichhörnchen und manchmal erblickt man sogar Raubvögel, wie Sperber und Habichte.

In den Talgegenden regieren weite Almen und Bergweiden mit zahlreichen Pflanzenarten wie Arnika, Enzian, Korbblütler und viele andere Arten.

Über 2.500 Höhenmetern verändert sich die Vegetation radikal. Sie wird lichter, aber auch hier kann man in der richtigen Zeit wunderschöne Pflanzen wie die Silberwurz, die seltene Polstersegge, Dolomitenschafgarbe, Edelweiß und den gelb blühenden Rhätischen Mohn entdecken.

In Felsritzen und -spalten gedeihen die Schopfige Teufelskralle, Edelweiß und das Dolomitenfingerkraut, die Horstsegge oder der Blaugrüne Steinbrech. Wer eher ungewöhnliche Exemplare sichten möchte, der kann mit viel Glück Adler und Kaiserraben beobachten. Auf den Felswänden tummeln sich Gämsen und seit einigen Jahren auch Steinböcke.

Nennenswert: Der Fund der Reste eines Ursus Spelaeus, eines Höhlenbären, der am Ende der vier Eiszeiten (vor ca. 50.000 bis 30.000 Jahren) ausstarb. Das Skelett wurde im September 1987 von einem Bergsteiger gefunden, der eine Verkarstung untersuchte.

Besucherzentrum: Katharina-Lanz-Str. 96 - 39030 St. Vigil in Enneberg. Tel.: +39 0474 506120

Liste der geschützten Pflanzen:

  • Kuh- oder Küchenschelle alle einheimischen Arten (Pulsatilla spp.)
  • Einseles Akelei (Aquilegia einseleana)
  • Großes Schneeglöckchen, Frühlingsknotenblume (Leocojum vernum) 
  • Türkenbund (Lilium martagon) 
  • Feuerlilie (Lilium bulbiferum) 
  • Orchideen: alle einheimischen Arten (Orchidaceae)
  • Seidelbast und Steinröschen: alle einheimischen Arten (Daphne spp.) 
  • Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum) 
  • Diptam, Gemeine Spechtwurz (Dictamnus albus) 
  • Primel, Schlüsselblume: alle einheimischen Arten mit Ausnahme der Frühlings-Schlüsselblume (Prinula spp. ausgenommen Primula veris)
  • Zyklamen, Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) 
  • Alpen-Grasnelke, Schlernhexe (Armeria alpina)
  • Enzian: alle einheimischen Arten (Gentiana spp.) 
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus) 
  • Weiße Seerose (Nymphaea alba)
  • Rohrkolben: alle einheimischen Arten (Typha spp.)
  • Gelbe Teichrose (Nuphar luteum) 
  • Schopf-Teufelskralle (Physoplexis comosa) 
  • Himmelsherold (Eritrichium nanum) 
  • Dolomiten-Schafgarbe (Achillea oxyloba) 
  • Edelweiß (Leontopodium alpinum) 
  • Echte Edelraute (Artemisia mutellina) 
  • Mäusedorn (Ruscus aculeatus)

Liste der geschützten Tiere:

  • Maulwurf (Talpa europea)
  • Igel (Erinaceus europaeus)
  • Haselmaus (Muscardinus avellanarius)
  • Gartenschläfer (Eliomys quercinus)
  • Ringelnatter (Natrix natrix)
  • Würfelnatter (Natrix tassellata)
  • Karbonarschlange: Gelbgrüne Zornnatter (Coluber viridiflavus) 
  • Äskulapnatter (Elaphe longissima)
  • Schlingnatter, Glattnatter (Coronella austriaca) 
  • Blindschleiche (Anguis fragilis)
  • Zauneidechse (Lacerta agilis)
  • Smaragdeidechse (Lacerta viridis)
  • Bergeidechse (Lacerta vivipara)
  • Mauereidechse (Lacerta muralis)
  • Laubfrosch (Hyla arborea)
  • Erdkröte (Bufo bufo)
  • Wechselkröte (Bufo viridis)
  • Gelbbauchunke (Bombina variegata)
  • Wasserfrosch, Teichfrosch (Rana esculenta)
  • Grasfrosch (Rana temporaria)
  • Feuersalamander (Salamandra salamandra)
  • Alpensalamander (Salamandra atra)
  • Alpenmolch, Bergmolch (Triturus alpestris)
  • Teichmolch (Triturus vulgaris)
  • Alpen-Kammmolch (Triturus cristatus carnifex)
  • Schnirkelschnecken: alle Arten (z. B. Weinbergschnecke) (Helicidae z. B. Helix pomatia)
  • Rote Waldameise (Formica rufa)
  • Gottesanbeterin (Mantis religiosa)
  • Flusskrebs (Astacus astacus)

Legenden

Das Reich der Fanes

Hoch droben unter den mächtigen Felswänden des Conturines, wo heute nur noch Sträucher und Felsen zu sehen sind, im Gebiet, das heute noch Parlament der Murmeltiere genannt wird, befand sich vor langer Zeit ein bezauberndes Reich mit Städten, Dörfern und Ackerlandschaften. Dieses Dorf hatte den Namen Fanis und die Bewohner nannten sich Fanes. Fanis war von Tälern, Bergen, Bächen, Seen und Wäldern geprägt.

Das Volk der Fanes wurde von einer Königin regiert, die im Schloss auf den Bergen wohnte. Das Schloss wurde durch drei Mauergürtel geschützt. Die Fanes waren ein friedliches und weises Volk und die Murmeltiere waren ihre Verbündeten. Die benachbarten Völker erzählten, dass die Fanes gerade wegen dieser Allianz mit den Murmeltieren so mächtig wurden. Dieses Bündnis wurde zu einem Geheimnis, das die Geheimnisträger nur der neuen Königin als Geschenk in ihrer Hochzeitsnacht verrieten. Die letzte Prinzessin von Fanes heiratete einen ausländischen Prinzen und sobald sie erfuhr, auf welcher Demütigung das große Reich basierte, hatte sie nicht den Mut das Geheimnis ihrem Gatten mitzuteilen.

Die Prinzessin weigerte sich zu regieren und so wurde der ausländische Prinz zum König von Fanes gewählt. Eines Tages ging der König auf den Nuvolau um zu Jagen. Er erwischte ein Adlerjunges, aber plötzlich schoss aus dem Himmel ein Adler mit einem Feuerschnabel und Goldkrallen herunter. Nach einem schweren Kampf sagte der Adler:"Gib mir meinen Sohn zurück und ich werde dich zum mächtigsten König in den Bergen machen". Der König stimmte zu und der Adler schlug ein Bündnis vor, das im Falle einer Zwillingsgeburt mit dem Austausch eines Zwillings besiegelt werden sollte. In Wahrheit war der Adler ein König von einer entfernten Insel, der König der Einarmigen. Nach einiger Zeit erblickte im Schloss ein Zwillingspaar das Licht der Welt: die Schwestern Dolasila und Luianta.

Am nächsten Morgen fand man in der Wiege von Luianta anstatt dem Baby ein weißes Murmeltier.

Die Königin verbot ihren Zofen dem König darüber zu berichten. Nach einigen Tagen teilte der König seiner Frau mit, dass er die Zwillinge auf einen hohen Berg bringen möchte, um sie der Sonne, der Herrscherin allen Lebens, vorzustellen. Der König ließ einen Schildknappen rufen und befahl ihm die Zwillinge zum Fuße des Nuvolau zu bringen. Dort würde der Adler dann eine der Zwillinge aussuchen. Den Frauen sollte er erzählen, dass eines der Kinder auf dem Rückweg gestohlen worden sei.

Im Morgengrauen brach der Schildknappe auf. Die beiden Kinder waren gut in Decken eingehüllt, sodass niemand sie sehen konnte. Er erreichte die Grenzen des Reichs der Cayutes und gegen Abend den Nuvolau. Gleich nach seiner Ankunft war auch der Adler mit den Goldkrallen eingetroffen. Er schnappte die Komischere der beiden und hob wieder ab. Als er fast am Gipfel angekommen war ruhte der Adler sich auf einem Felsen aus und öffnete die Flügel und seinen Schnabel.

In diesem Moment floh das kleine Murmeltier und versteckte sich in einer Felsspalte. Der Schildknappe wollte gerade in das Schloss zurückkehren, als er den Schrei von Spina de Mul, einem Hexenmeister mit der Gestalt eines halb verwesten Maultiers, hörte. Dieser wilde Schrei ließ jeden verrückt werden, der ihn hörte. Der Schildknappe verbrachte die Nacht zusammen mit den Kriegern von Fanes, die die Grenzen kontrollierten. Plötzlich waren Schritte zu hören. Es näherte sich ein Jüngling aus dem Dorf der Durannen, der sich aufgrund seiner Abenteuer den Titel Krieger verdiente. Der junge Duranne war neugierige und wollte wissen wer Spina de Mul war, der den Fanes ihren größten Schatz, den Rayeta-Stein entwendet hatte.

Und Spina de Mul kam. Der mutige Duranne schlug den Hexer mit einem Stein nieder. Schreiend fiel der Hexenmeister zu Boden. Spina de Mul wollte fliehen, aber der Krieger schlug weiter auf ihn ein und aufgrund seiner heldenhaften Tat wurde er Edl de Net (Auge der Nacht) genannt. In diesem Kampf verlor Spina de Mul auch seinen geliebten Stein, die Rayeta. Einer der Faneskrieger wandte sich an Edl de Net und sagte: "Jetzt seid Ihr wirklich ein großen Krieger. Ihr habt Euch Euren Namen im Kampf gegen eine übermenschliche Kraft verdient und seid nun in Besitz des wertvollen Steines, des größten Schatzes der Fanes. Was immer Ihr auch im Reich der Fanes haben möchtet, wird Euch gegeben werden."

Während alle den mysteriösen Stein beobachteten, begann Dolasila zu weinen und zu schreien. Edl de Net zeigte ihr die Rayeta und plötzlich hörte das Kind auf zu weinen und umklammerte den wertvollen Stein."Wenn das Eure Prinzessin ist, dann gehört der Stein ihr und ich will ihn ihr zurückgeben", sagte Edl de Net.

Der Schildknappe kehrte zum Schloss zurück und erzählte der Königin, dass eine der Zwillingsschwestern auf dem Rückweg gestohlen worden war. Die Königin antwortete nicht. Dem König aber erzählte der Schildknappe was wirklich geschehen war. Eines Abends, als der König der Fanes zu den Almweiden von Sennes ritt, näherte sich vom Himmel her der Adler mit den Goldkrallen. Auch er wollte das Bündnis einhalten und ließ einen jungen Adler zurück. Der König nahm den Adler auf das Pferd und wollte zurück zum Schloss reiten. Unterwegs aber fiel der König vom Pferd und merkte alsbald, dass er den kleinen Adler verloren hatte. Enttäuscht ritt er in sein Reich zurück. Dort erreichte ihn gleich eine gute Nachricht: die Königin hatte einen Prinzen geboren. Das Kind war schön und kräftig, hatte aber nur einen Arm. Der König gab ein großes Fest und auf dem Fanesturm ließ er die Fahne der Murmeltiere und eine Fahne mit einem roten Adler, zu Ehren seines starken Verbündeten, hissen.

Eines Tages hörte der König einen alten Geschichtenzähler über das wunderschöne unterirdische Reich der Aurona erzählen und er war beeindruckt. Die Geschichte der Aurona entflammte den König mit Neugierde und gleich machte er sich auf die Suche nach Aurona. Der König hörte von einem See über Canazei, dem Silbersee, wo nach Glauben der Menschen ein großer Schatz verborgen lag. Mit Dolasila und seinem Gefolge machte sich der König auf den Weg zum See. Tagelang wurde gegraben und eines Tages entdeckte ein königlicher Soldat eine Höhle mit wertvollem Schmuck und einer kleinen Silberschachtel mit einem weißen Fell und etwas grauem Pulver. In der Höhle tauchten plötzlich drei Zwerge auf. Sie baten den König inständig, dass man ihnen den Schatz nicht wegnehmen möge. Der König achtete nicht auf die Zwerge. Nur Dolasila hatte Mitleid und kehrte zurück, um den Zwergen die Silberschachtel zurück zu bringen. Die Zwerge lächelten und baten Dolasila ihnen zum See zu folgen, wo sie das graue Pulver hineinschütten sollte. Die Zwerge selbst könnten das nicht tun.

Mit dem Schatz würde der Seeboden aufblühen und die Zwerge wären befreit. Die Zwerge übergaben Dolasila den weißen Pelz als Zeichen ihrer Dankbarkeit und sagten: "Übergebt den Pelz den Schmieden. Sie sollen einen Harnisch daraus schmieden. So werdet Ihr zu einer unbesiegbaren Kriegerin werden. Wenn der Harnisch aber seine Farbe ändert und so rot wird wie der Sonnenuntergang in den Dolomiten, dann zieht nicht in den Kampf."

Zurück im Schloss zog einer der alten Schmiede das Murmeltierfell so dünn, dass ein leichter, aber sehr resistenter Harnisch draus wurde. Auf wundersame Weise ging das Silber aus der Schachtel nie zu Ende und die Schmiede fertigten einen Pfeil für die Kriegerin und zwölf Trompeten mit wunderschönem Klang. Nach einiger Zeit kehrte der König zum See zurück um zu sehen, ob er nun blüht, so wie es die Zwerge versprochen hatten. Der gesamte See war mit silbernem Schilf bedeckt. Einer der Schildknappen schnitt zwölf Schilfröhren ab, um daraus dreizehn Pfeile für den Bogen von Dolasila zu fertigen.

Die Pfeile waren so mächtig und präzise, dass der König das gesamte Schilf abschneiden ließ, um für sein gesamtes Heer Pfeile zu fertigen. Der König hatte Aurona vergessen und wurde vom Kriegsfieber befallen. Neben dem König ritt Dolasila, voller Stolz auf ihre weiße Rüstung, auf ihren Bogen und ihre Pfeile. Der erste Sieg von Dolasila wurde auf dem Kronplatz gefeiert, wo die Prinzessin zur Kriegerin gekrönt wurde. Eines Tages nach einem blutigen Kampf wurde die Prinzessin traurig. Sie dachte an ihr merkwürdiges Schicksal, aufgrund dessen sie Frauen wie sie selbst es ist, den Tod bringt. Obwohl Dolasila geträumt hatte, dass ihr die dreizehn Pfeile Unglück bringen würden, kämpfte sie weiter und siegte immer wieder.

Die Unternehmungen von Dolasila und der Zorn darüber, dass er die Rayeta verloren hatte, erzürnten Spina de Mul. Die Lastoieres, die gegen die Fanes gekämpft hatten, wurden von Dolasila besiegt und gedemütigt. Spina de Mul suchte nach Verbündeten, um gegen die Fanes in den Kampf zu ziehen, aber das war alles andere als leicht: sowohl die Landrins als auch die Cayutes waren von den Fanes besiegt worden. Also suchte Spina de Mul den Prinz der Durannen auf, diesen Edl de Net, der ihn einst unterhalb des Nuvoloua besiegt hatte. Er überzeugte den Prinzen mit Erzählungen über die Hochnäsigkeit des Faneskönigs und über die Schönheit von Dolasila. Edl de Net wollte den Hexenmeister im Kampf gegen die Fanes unter einer Bedingung unterstützen: Dolasila müsste verschont werden. Die Verbündeten trafen sich am Boite. Auch die Fanes bereiteten sich auf die Schlacht vor. Zum ersten Mal sollte auch der einarmige Prinz am Kampf teilnehmen.

Vom Himmel her näherte sich ein großer Adler mit einem Feuerschnabel und Goldkrallen. Die Fanes erkannten ihr Totemtier. Die Schlacht sollte auf der Ebene von Fiames stattfinden. Neben Edl de Net tauchte Spina de Mul, als Krieger verkleidet, auf. Plötzlich ertönten die silbernen Trompeten von Fanes. Die Kriegergruppe wurde von Dolasila angeführt. Nachdem zuerst die Pelegetes und dann die Lastoieres besiegt wurden, wandte sich die Prinzessin gegen die Durannen, während Edl de Net vom Anblick von Dolasila wie gefangen war. Die beiden jungen Menschen standen sich mit gesenkten Waffen gegenüber und ihre Blicke verloren sich ineinander. In diesem Augenblick rammte Spina de Mul einen seiner verzauberten Pfeile in Dolasila, die vom Adlerprinzen umklammert und weit weg von der Schlacht gebracht wurde. Die geschätzten Durannen wurden besiegt. Von einer Wasserfrau erfuhr Edl de Net am Ufer des Untermoi-Sees, dass Dolasila gezwungen war eine Kriegerin zu sein, und dass sie oft zu den Seen reite um mit den Wasserfrauen zu sprechen. Sie erzählte von der Liebe, die sie für einen Krieger empfand, den sie nur ein einziges Mal gesehen hatte. Er erzählte ihnen, dass auch das Schicksal der Fanes bereits besiegelt sei und Dolasila in Gefahr sei. Edl de Net wollte Dolasila retten, wusste aber nicht wie.

Die Wasserfrau empfahl Edl de Net sich an einen Prinzen zu wenden, der zu einem Bettler geworden war. Dieser sandte Edl de Net zuZicuta, der Schwester von Spina de Mul, die den König von Fanes hasste, weil er sie nicht zur Frau wollte. Er musste sieben Tage warten, aber schlussendlich verdunkelte sich der Himmel und die Felsen wurden mit dunklem Mohn, wie Blut, bedeckt. Edl de Net näherte sich und traf auf die Hexe Zicuta. Zicuta erzählte dem noblen Durannen, dass das Reich der Fanes verdammt sei. In Wahrheit interessierte sich Edl de Net weder für das Reich der Fanes, noch für dessen Geschichte oder dessen Schicksal. Er war nur an Dolasila interessiert. "Steige auf den Latemar zu den Zwergen und bitte sie, einen Schild zu schmieden, der so schwer ist, dass ihn niemand außer dir tragen kann." riet ihm Zicuta. "Damit wirst du Dolasila schützen."Schon war die Hexe verschwunden und der Mohn wurde schwarz und verwandelte sich in ein Häufchen Asche.

Unterdessen lag Dolasila verwundet auf dem Schloss von Fanes. Um Dolasila zu schützen, müsste man einen Schild schmieden, für welchen nur die Zwerge vom Latemar die Formel kannten. Der König begab sich zum Latemar und war überrascht, dass der Schild bereits fertig war. Der König wollte den Schild zum Schloss bringen lassen, merkte aber bald, dass niemand den Schild tragen konnte. Eines Tages wurde ein junger Fremder im Königreich vorstellig, der den Schild mit nur einer Hand tragen konnte. Der König stellte ihn als Schildträger zum Schutze von Dolasila im Kampf ein. Die Fanes nahmen den Kampf wieder auf und siegten weiter. In der ersten Reihe ritt Dolasila, geschützt durch den Schild, der von Edl de Net getragen wurde. Der König war erstaunt, als der junge Fremde um die Hand von Dolasila anhielt. Der hochnäsige König war in seinem Stolz gekränkt und würde nur einwilligen, wenn der junge Duranne ein Prinz sei. Dolasila wollte sich aus dem Kampf zurückziehen, aber der König wollte noch weitere Schlachten führen. Um der größte König seiner Zeit zu sein, fehlte ihm noch das Reich der Aurona. Um sein Ziel zu erreichen begann er mit den benachbarten Völkern geheime Bündnisse zu schließen. Edl de Net wurde aus dem Reich der Fanes verbannt.

Dolasila versprach ihrem Verlobten, dass sie ohne ihn nicht in den Kampf ziehen würde. Im Reich der Fanes herrschte Verwirrung und Angst. Die Feinde hatten ihnen den Krieg erklärt und sich neben Col di Lana bereits aufgestellt. Die Königin rief Dolasila und flehte sie an das Reich zu retten. Die Prinzessin aber konnte sich nicht entscheiden: das Versprechen an ihren Verlobten war ihr heilig, heilig waren ihr auch die Worte ihrer Mutter und ihr Volk, das Volk der Fanes. Dolasila hatte sich entschieden, aber ihr Herz war so schwer wie ein Stein. Sie irrte stundenlang auf den Feldern von Armentarola umher in der Hoffnung auf Edl de Net zu treffen. Als sie zum Schloss zurückkehrte näherten sich ihr dreizehn unglaublich hässliche und zerzauste Jungen. Dolasila fürchtete sich und übergab den dreizehn kleinen Dämonen, die von Spina de Mul gesandt waren, ihre dreizehn verzauberten Pfeile.

Der weiße Harnsich der Prinzessin verdunkelte sich und Dolasila erinnerte sich an die Prophezeiung der Zwerge. Sie wusste, dass ihr Schicksal besiegelt war. So führte die Prinzessin von Fanes ihr Volk in den Tod. Auf dem Pralongiá vereinten sich die Cayutes, die Cadubrenes, die Lastoieres, die Peleghetes, die Latrones und die Ampezzanen. Es waren viele Völker, die der falsche König mit seiner betrügerischen Zunge an sich binden konnte. Die Sonne stand schon bald gegen Mittag, ohne dass die Schlacht einen Vorteil zugunsten der einen oder anderen Seite erbracht hätte. Dolasilas Rüstung war unter dem Mantel versteckt, aber auf ihrer Stirn blitzte die Rayeta. Jetzt gelang es den dreizehn Bogenschützen der Cayutes, Dolasila einzukreisen und zu beschießen. Die dreizehn verzauberten Pfeile trafen ihr Ziel. Die Prinzessin fiel zu Boden, von ihren eigenen Pfeilen besiegt und sterbend flehte sie nach Edl de Net. Die Hoffnung des Fanesreichs war verloren.

Der König der Fanes versteckte sich am Lagazuoi und wartete auf die Rückkehr seiner Verbündeten. Plötzlich überkam den König die Nostalgie für sein Volk. Er wollte zum Schloss zurückkehren, aber die Verbündeten hielten ihn gefangen und lachten ihn aus. Er war ein falscher König, der sein Volk verraten hatte und erstarrte zu Stein. Noch heute heißt der Pass am Fuße des Lagazuoi Falzarego-Pass (falscher König). Die letzten Krieger der Fanes konnten sich ins Conturines-Schloss retten. Die Königin war über den Tod von Dolasila bereits informiert worden.

Plötzlich tauchte neben ihr ein kleines Mädchen, in weiß gekleidet, auf. Es war Luianta, welche die Königin ihren heimlichen Verbündeten, den Murmeltieren, gegeben hatte.

Die Königin Mutter folgte Luianta in eine Höhle und bat um Verzeihung, weil sie das Bündnis nicht eingehalten hatte. Sie erzählte vom Bündnis mit den Adlern und vom Tausch der Zwillinge. Die Murmeltiere verstanden das Anliegen der Königin. Sie verziehen ihr und der Pakt wurde erneuert. Luianta führte die Königin nach Morin dei Salvans, wo sich die wenigen überlebenden Fanes verschanzt hatten und auf bessere Zeiten warteten. Es handelte sich hierbei um den unterirdischen Ort, an dem die Zwerge Gold verarbeiteten und die Murmeltiere ihren Winterschlaf verbrachten. Die Feinde hatten alles zerstört, was die Fanes je aufgebaut hatten und das einst blühende Reich glich einer Wüste.

Spina de Mul selbst bewachte die dreizehn verzauberten Pfeile und der Rayeta war in einer Höhle versteckt, die von Bären bewacht wurde. Ein Mal im Jahr, bei Vollmond, macht ein schwarzes Boot die Runde auf dem Pragser Wildsee. Es kommt aus einem Felsentor und taucht in das leblose Gewässer des Sees ein. Im Boot sitzt die alte Königin und Luianta. Sie warten auf das Ertönen der silbernen Trompeten, sie warten auf die Stunde, in der die versprochene Zeit wieder beginnen würde, die Zeit, in der das Reich der Fanes wieder aufblüht.


Auszug aus den Regeln

Im Naturpark Fanes - Sennes - Prags ist es verboten:

  1. innerhalb des Naturparks die zur Verwaltung und Nutzung desselben angebrachten Einrichtungen zu entfernen, zu beschädigen oder zu ändern;
  2. dort mit Zelten, Wohnwagen und dergleichen zu lagern, mit Ausnahme des alpinen Biwaks;
  3. Feuer anzuzünden, ausgenommen jene, die von Personen bei rechtmäßiger Ausübung von Forst- oder Landwirtschaftsarbeiten benötigt werden;
  4. innerhalb des Naturparks ist der Motorfahrzeugverkehr jeglicher Art untersagt;
  5. es ist im gesamten Naturpark untersagt, die Umwelt durch die Ablagerung von Müll jedweder Art zu beeinträchtigen;
  6. untersagt ist außerdem das Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen wie Flaschen, Dosen, Papier-, Plastikresten usw.;
  7. es ist verboten, die Ruhe der geschützten Gebiete durch lästige und unnötige Geräusche zu stören, mit Ausnahme jener, die durch erlaubte Tätigkeit entstehen;
  8. das Sammeln von Pilzen
  9. die Verletzung oder Zerstörung der Nahrungsquellen, der Nist- und Brutplätze, der Aufenthaltsplätze, wie der Tümpel, Sümpfe, Moore, Riede, Mooswiesen, Hecken und Gebüsche ist untersagt; dasselbe gilt für die Beschädigung von Larven, Schmetterlingspuppen und Ameisenhaufen sowie Eiern aller Arten Ausgenommen sind die für die landwirtschaftliche Nutzung notwendigen Arbeiten;
  10. außerdem ist jegliche Veränderung der Umwelt untersagt, die ein typisches Habitat der in den verschiedenen Zonen vorhandenen Faunaarten bildet;
  11. jegliche Straßenänderung der Wanderwege und Steige ist untersagt;